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4.1 kWp Off-Grid in Brissago

Ein Wohnhaus ohne Anschluss an einen Verteilnetzbetreiber, weit ab der nächsten Leitung? Funktioniert, wenn man plant, mit der Energie gut haushaltet und bei jedem Gerät, welches dauerhaft eingesteckt ist, den Standby-Verbrauch prüft. Als ich das Ferienhaus in luftiger Höhe vom Vorgänger übernommen habe, waren 1.6 kWp PV auf dem Dach und Bleiakkus mit einer Kapazität von 96 kWh verbaut.

Nachdem wir in den Winterferien die Bleiakkus einmal zu oft tiefentladen haben, waren sie nicht mehr zu retten, weil zu stark sulphatiert. Also habe ich geplant und die EEA wie folgt aufgesetzt:

  • Indach PV mit 3S Mega-Slate, 4.1 kWp
  • SMA Sunnyboy 4 kW (Stringwechselrichter)
  • SMA Sunny Island 8.0H (Batteriewechselrichter, netzbildend)
  • BYD Battery-Box 13.8, 2 Stück (27.6 kWh, voll nutzbar)

Ist der Akku voll und die Sonne liefert Energie, wird mit dem Überschuss über einen AC-Thor von My-PV der Heizungspuffer von 600 Litern mit einem Heizstab von 3 kW Leistung aufgeheizt. Im Puffer ist auch gleich der Hygienespeicher fürs Brauchwasser. Hat auch der seine Endtemperatur von 80°C erreicht, wird der PV-Wechselrichter heruntergeregelt und ausgeschaltet. Die Regelung vom Wechselrichter und dem Überschussbezug erfolgt über die Netzfrequenz, welche zwischen 49 und 51 Hz gehalten wird.

Ein wenig auf das Wetter Rücksicht nehmen sollte man in dieser Situation aber schon. Ist es eine Woche sehr trüb oder liegt Schnee auf dem Dach, sollte man nicht Bettwäsche waschen und trocknen. Ansonsten lebt es sich in einem kleinen Haushalt mit Pelletheizung im Sommer mit einem Tagesverbrauch von 3.5 kWh so gut, dass auch das Elektroauto noch geladen werden kann. Im Winter bei häufig eingeschalteter Heizung liegt der Tagesverbrauch bei 5.5 kWh

Für Wissbegierige: Off-Grid ist eine andere Kategorie als „Notstrom“ oder „Ersatzstrom“ bei geläufigen Wechselrichtern. Ein Batteriewechselrichter ist stabil netzbildend. Es gibt wenige Wechselrichter, die dafür gebaut sind und zuverlässig funktionieren. In diesem Bereich etablierte Geräte arbeiten nach wie vor mit 48V-Systemen und nicht wie Hybridwechselrichter im Hochvoltbereich. Zudem weisen sie einen Generatoreingang auf, welcher synchronisiert wird.

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