Auf ein neu erstelltes EFH im Bezirk Brugg haben wir im Familienteam eine Ost-West-Anlage mit 24 x 495 Wp geplant, erstellt und ins Netz gestellt. Für den Tag- / Nachtausgleich ist eine Batterie von BYD mit knapp 30 kWh vorgesehen. Leider ist die Firmware von SMA bis zur Inbetriebnahme nicht fertiggeworden, die Batterie wartet somit noch auf ihren Einsatz.
Die Anlage unterstützt die Technik in Minergiebauweise mit Wärmepumpe, Lüftung sowie Autoladestation. Als Leitsystem wurde der Home Manager von SMA eingesetzt.
Die PV-Anlage der W. & O. Geiser AG aus dem Jahr 2011 / 2012 bringt seit der Reinigung wieder den vollen Ertrag. Allerdings hatten wir im Sommer 2025 den ersten Ausfall eines Wechselrichters der Marke Siemens zu beklagen. Wir tauschten ihn gegen einen identischen, gebrauchten aus, welcher selber aber nach kurzer Zeit auch wieder ausgetauscht werden musste. Dann meldete sich bereits der nächste mit Störungsmeldungen. Scheinbar sind die Geräte von damals auf 15 Jahre ausgelegt.
Da die Anlage nun noch exakt 10 Jahre im KEV läuft, haben wir uns entschlossen, die Wechselrichter zu ersetzen. Ersatz für die 8 Stück 13 und 20 kVA Modelle ist ein einziger Fronius Argeno mit 125 kVA Leistung und 10 MPPT mit jeweils zwei Eingängen. Wir konnten die 32 Strings durch teilweise Parallelschaltung so legen, dass wir eine ideale Verschaltung erreichen konnten. Der Austausch vom Ausschalten zum Einschalten war in eineinhalb Tagen erledigt. Leider hat der Fronius noch eine technische Störung, welche wegen Auffahrt nun ein paar Tage unbehandelt bleibt.
Kritiker würden jetzt den angefallenen Elektroschrott bemängeln. Aber erstens wird der recycelt und zweitens haben die Geräte immerhin über 2 GWh elektrische Energie ins Netz gespeist in den letzten 15 Jahren.
Die lichtdurchlässigen Mehrkammerplatten im Dach des Lagergebäudes wurden durch Hagel stark beschädigt. Das Dach wurde nun durch isolierte Paneele ersetzt, was es ermöglichte, auch diese Fläche noch mit PV-Modulen zu belegen. Auf dem Ost- und dem Westdach konnten jeweils 15 Module mit jeweils 650 Wp installiert werden. An die Südfassade haben wir bei dieser Gelegenheit 18 Module mit insgesamt 11.7 kWp geschraubt. Eingesetzt wurden Longi LR7-72HVH-650M Hi-MO X10 Explorer in der Abmessung 1134 x 2382 mm. Diese drei Strings laufen an einem Fronius Verto Plus mit 25 kW. Die Sonnenstrahlen vom Wochenende retten wir mit einem BYD HVB mit knapp 30 kWh in den Produktionszeitraum.
Auch dieses Projekt haben wir in Eigenregie als Teamevent bewerkstelligt, was die Freude am Ergebnis umso grösser macht. In der doch eher trüben Jahreszeit hat sich die vertikale Anlage besonders hervorgetan und im Dezember zweitweise bis zu 80% der Nennleistung geliefert.
Nach über einem Jahr Betrieb läuft die Anlage der Familie Kastrati mit einem Eigenverbrauch von 46% und einer Selbstversorgung von 77%. Diese Werte werden mit einer Speicherverdoppelung noch besser. Besonders freut mich, dass der Besitzer mit Überzeugung ein Elektroauto angeschafft hat und dieses über eine Eigenverbrauch optimierende Wallbox laden wird, die wir gestern in Betrieb genommen haben 👍👏
Die neue EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/826 setzt neue Grenzwerte für den Standby-Stromverbrauch von Elektrogeräten fest, die seit dem 9. Mai 2025 für neue Produkte gelten. Für Geräte ohne Display liegt der neue Grenzwert bei 0.5 Watt, für Geräte mit Display bei 0.8 Watt, wobei diese Werte ab 2027 nochmals sinken werden
Leider stammt mein Waschturm (Marke Schulthess, ein CH Produkt) aus dem Jahr 2013 und hat einen Standby-Verbrauch von 42 Watt. Das sind 368 kWh im Jahr, in den knappen 13 Jahren Gebrauch 4’700 kWh, was einem Betrag von rund 1’200 CHF entspricht. Aktuell benötigt eine moderne Maschine für 8 kg Wäsche bei 40°C rund 0.83 kWh. Unsere Maschinen haben also mit Sicherheit deutlich mehr Energie beim Warten gebraucht, als beim Arbeiten.
Diesem Missstand bin ich per Zufall auf die Spur gekommen, als ich ein Messgerät von Shelly (Bild) eingebaut habe, um eine Push-Nachricht aufs Handy zu bekommen, wenn die Wäsche fertig ist. Um dem Problem Herr zu werden, haben wir nun ganz pragmatisch einen Hauptschalter eingebaut. Dieser kostet rund Fr. 50.00 und ist somit schnell amortisiert. Das Austauschen der sehr gut funktionierenden Geräte wäre hier auch aus ökologischer Sicht nicht angezeigt gewesen.
Zur Sicherheit habe ich für eine 13 Jahre alte PV-Anlage ein paar originale Module als Reserve gekauft und an Lager gelegt. Diese wurden im Rahmen eines Repowerings demontiert und mir verschmutzt angeliefert. Mit einem MPPT-Messgerät habe ich bei voller Sonneneinstrahlung aus reinem Interesse ein paar Messungen gemacht. Das Ergebnis:
240 Watt-Modul verschmutzt liefert rund 200 Watt
240 Watt-Modul verschmutzt und mit Portemonnaie drauf als Verschattung liefert 180 Watt
240 Watt-Modul gereinigt und ohne Schatten liefert 220 Watt
Im Zuge der Errichtung unserer PV-Anlage auf dem Werkhof der Burgergemeinde Roggwil durfte ich gleich noch eine öffentliche Ladestelle planen und in Betrieb nehmen. Realisiert haben wir das mit einer Easee, gekoppelt an den Dienstanbieter eCarUp. Durch Scannen des angebrachten QR-Codes gelangt man zu einer Website, auf der das ad-hoc Zahlen per Karte oder Apple-Pay möglich ist. Eleganter ist der Ladevorgang mit der Smartphone App eCarUp, wenn dort ein Bezahlmittel hinterlegt ist. Mit dieser Massnahme hofft der Burgerrat Roggwil, den Eigenbedarf der erzeugten Energie etwas zu erhöhen. Über www.ecarup.ch/code und durch die Eingabe des Stationsnamens bg-roggwil gelangt man zur Station.
Für die Burgergemeinde Roggwil konnte ich im Rahmen meiner Ratstätigkeit eine PV-Anlage mit Ost-West-Ausrichtung und insgesamt 75.6 kWp realisieren. Dabei habe ich allerdings nur die Grobplanung und Evaluation der Komponenten vorgenommen, die Anlage haben wir von der RESiQ AG bauen lassen. Dafür mussten wir aber vorgängig die innerbetriebliche Netzanbindung des Werkhofs erneuern und die ganze Installation von TN-C auf den aktuellen Stand bringen sowie eine neue Unterverteilung bauen. Unser Anschluss ist auf 80A begrenzt, so konnten wir maximal einen 50 kW Wechselrichter einsetzen. Weil wir zusätzlich am Ende einer langen Netzzuleitung sind, müssen wir über die Q(U)-Kennlinie die Nennleistung auf meist 45 kW reduzieren. Damit begrenzen wir uns auf 60% der installierten Generatorleistung, was den möglichen Jahresertrag auf ca. 94% limitiert.
Der erwartete Energieertrag liegt bei 66 MWh/Jahr, was das auf Verbraucherseite bedeutet, habe ich für die Burgergemeindeversammlung mit einem Augenzwinkern 😉, aber trotzdem realistisch visualisiert.
Im einem vorherigen Beitrag bin ich intensiv auf das Thema Verschmutzung von PV-Generatoren eingegangen und habe in einem Beispiel einen Rückgang von gegen 20% aufzeigen können. Nun ziehen wir nach erfolgter Reinigung einen Vergleich, der wissenschaftlich nicht erhärtet, aber offensichtlich annähernd korrekt ist.
Reinigung 150 kWp Flachdach
Am 29. April wurde die Anlage mit Hilfe von zwei Reinigungsrobotern und Osmosewasser gereinigt. Während das Pultdach ohne weiteres sauber wurde, musste bei den auf dem Kiesdach aufgeständerten Modulen der untere Rand zusätzlich mit einem Gummischaber nachgereinigt werden. Die gesamte Anlage wurde in einem (langen) Arbeitstag komplett gereinigt. Die Kosten betrugen rund CHF 1’800.00 inkl. MwSt. Der Reinigungseffekt war mit dem Programm Solaranalyzer direkt während der Reinigung zu beobachten. Der Vergleich von zwei solar beinahe identischen Tagen (30. Mai 2025 zu 11. Mai 2024) zeigt eine Steigerung von 19%. In diesem Fall ist die Reinigung bereits in einem einzigen Sommermonat amortisiert.
Reinigung 12 kWp Satteldach
Etwas weniger dramatisch zeigte sich die Situation auf einer Aufdachanlage mit Südausrichtung und 30° Neigung. Hier fehlt die Verschmutzung vom Kies und die Reinigungswirkung vom abrutschenden Schnee und Eis im Winter trägt zur Leistungserhaltung bei. Die Anlage wurde mit Osmosewasser und Rotorbürste an Teleskopstange von der First her ausgeführt und dauerte gut zwei Stunden. Die Kosten betrugen inkl. MwSt knappe CHF 500.00.
Mit meinem Tool kann ich die Daten vom SMA-Portal nicht abgreifen; ich verwende der Einfachheit halber obige Vergleichsdaten, die Anlagen liegen Luftlinie wenige hundert Meter auseinander. Die zwei Tageserträge von 76.6 kWh und 70.6 kWh deuten hier auf einen Gewinn von 9% hin. Die Reinigungskosten dieser Anlage im KEV sind in etwas weniger als einem Jahr amortisiert. Ohne KEV wäre eine Amortisierung schwierig, alle 5 bis 10 Jahre aber bestimmt angezeigt.
Abschliessend kann ich den interessierten PV-Besitzern im Oberaargau gerne Stefan Meister für die fachgerechte Reinigung empfehlen, welcher diese Tätigkeit mit seiner Firma Solarreinger Meister seit 2011 ausführt.
Beim Bau unseres Wohnhauses 2002 im Minergie-Standard waren Wärmepumpen mit kleiner Leistung noch rar. Damals hat die ausgewählte SATAG (Sole/Wasser mit 6 kW Heizleistung) das Ranking geführt. Invertertechnologie war in dieser Klasse noch nicht erhältlich. Ohne Pufferspeicher, welcher selber wieder Verluste bringt, bedeutete das ein fleissiges Ein- und Ausschalten in der Übergangszeit. Beim Brauchwasser habe ich mich auf den Installateur verlassen, der für den geplanten 3-Personenhaushalt einen 450 Liter Speicher eingebaut hat, was deutlich zu gross war. Ein paar Jahre später liess ich noch das Natural-Cooling nachrüsten, bei welchem im Sommer das Haus mit Hilfe der tieferen Temperatur aus der Sonde gekühlt werden konnte. Dazu mussten einfach beide Umwälzpumpen laufen und der Mischer darüber wachen, dass die Temperatur in den Böden nicht unter den Taupunkt fiel.
2024 entschied ich mich dann für den Tausch der Wärmepumpe, obschon diese noch funktionierte. Die gewählte Nibe S1255-6 E PC läuft variabel und hat einen 180 Liter Brauchwasserspeicher eingebaut. Die Umwälzpumpen laufen variabel und sind energieeffizient.
Nach einem Jahr Betrieb kann ich eine Bilanz ziehen, obschon dafür ein Jahr nicht unbedingt repräsentativ ist. Der jährliche Energiebedarf fürs Heizen, Kühlen und das Warmwasser hat sich von durchschnittlich 3’423 kWh um 40% auf 2’060 kWh reduziert! Davon entfallen 1’243 kWh auf das Heizen, 56 kWh auf das Kühlen und 760 kWh wurden für das Warmwasser verwendet.
27% der benötigten elektrischen Energie wurden zeitgleich mit der PV produziert, 35% kamen zeitversetzt aus dem Hausspeicher und 38% mussten vom Netz bezogen werden.